» Natur & Umwelt


Zwischen diesen beiden Bildern liegen einige Wochen und unzählige Flugkilometer eines oder mehrerer Bienenvölker.

» Die Bienen im ökologischen Kreislauf

Wenn die Obstbäume und Frühlingswiesen blühen, summt und brummt es überall. Hauptsächlich Bienen und Hummeln können beim Flug von Blüte zu Blüte beobachtet werden. Und je eifriger deren Tätigkeit ist, desto reicher fällt die Ernte aus.

» Bedeutung der Bienen als Blütenbestäuber

Die Erträge einer Anzahl von Nutzpflanzen, besonders der Obstgewächse, Ölfrüchte und einer Anzahl von kleeartigen Futterpflanzen sind stark von der Insektenbestäubung abhängig oder werden durch Insektenbestäubung wesentlich gesteigert.

Von den vielen Insektenarten kommen als Blütenbestäuber in größerem Rahmen nur wenige, vor allem die Bienen- und Hummelarten, in Betracht.

Die Bestände der wildlebenden Nutzinsekten sind infolge intensiver Bodenbearbeitungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen stark zurückgegangen. Zudem schwankt ihre Anzahl witterungsbedingt von Jahr zu Jahr. Aber selbst in den Jahren mit guten Entwicklungsbedingungen reicht die Anzahl der Wildinsekten für eine optimale Blütenbestäubung nicht mehr aus. Man kann sich deshalb auf die Bestäubung unserer Nutzpflanzenkulturen durch Wildinsekten nicht verlassen.

Die Honigbienen haben dagegen eine Reihe von Eigenschaflen, die für die Bestäubung besonders wichtig sind und die sie uns unentbehrlich machen:

  • Sie besitzen ein dichtes, aus Chitinfiederhaar bestehendes Haarkleid, in dem der Pollen leicht haften bleibt und auf andere Blüten übertragen werden kann.
  • Honigbienen überwintern als ganze Völker mit 5000 bis 20000 Individuen und sind deshalb im Frühjahr zur Zeit der Obst- und Rapsblüte schon in großer Anzahl vorhanden. Alle anderen bestäubenden Insekten hingegen überwintern als Einzeltiere und müssen, soweit sie - wie die Hummeln - Kolonien bilden, im Frühjahr erst mit dem Aufbau eines Nestes beginnen.
  • Da die Honigbienen als Völker überwintern und keinen Winterschlaf halten, müssen sie sich Vorräte an Honig und Pollen schaffen. Ihr Sammeleifer ist deshalb groß und veranlaßt sie zu zahlreichen Blütenbesuchen.
  • Honigbienen sind weitgehend blütenstet, d. h. die einzelne Biene befliegt so lange die Blüten einer Pflanzenart, wie ihr deren Ausbeute als lohnend erscheint. Für die Obstblütenbestäubung ist von Bedeutung, daß die Honigbienen zwar arten-, jedoch nicht sortenstet sind und deshalb die erwünschte Kreuzbestäubung einer Obstart durchführen können.
  • Aufgrund ihrer relativ hohen Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichsten Blütenformen können Honigbienen zur Blütenbestäubung der verschiedensten Pflanzenarten eingesetzt werden.
  • Durch ihre »Sprache« können sich Honigbienen über eine von nur wenigen Kundschafterbienen entdeckte Trachtquelle schnell verständigen. Man kann Bienenvölker deshalb kurzfristig zur Bestäubung einsetzen, gegebenenfalls mit Hilfe der Duftlenkung.
  • Bienenvölker lassen sich relativ leicht an andere Standorte umsetzen, also an lohnende Trachtquellen heranbringen.